Ratgeber Morbus Basedow
Informationen für Betroffene und Interessierte
Diagnose des Morbus Basedow
Der Morbus Basedow beginnt i. d. R. schleichend und die Symptome sind vielgestaltig. Dementsprechend werden die allgemeinen Anzeichen von Betroffenen häufig falsch eingeordnet oder mit einer anderen Krankheit verbunden. Diese Anzeichen können z. B. Schlaflosigkeit, Händezittern, innere Unruhe, Herzrasen oder Schwitzen sein. Auch anfängliche Fehldiagnosen wie vegetative bzw. psychische Störungen sind keine Seltenheit. Mitunter lassen erst deutliche Hinweise wie die sicht- und tastbare Größenzunahme der Schilddrüse, Schluckbeschwerden, hoher Puls oder das Hervortreten der Augen an eine mögliche Erkrankung der Schilddrüse denken. Wobei die Augen, selbst im späteren Stadium, nicht unbedingt beteiligt sein und hervortreten müssen. Ebenso muss der Morbus Basedow nicht zwingend mit einer Merseburger Trias einhergehen.
Den Verdacht auf einen Morbus Basedow kann der Arzt nach einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung äußern. Die ausführliche Anamnese beinhaltet unter anderem Fragen zu einem Vorkommen der Erkrankung innerhalb der Familie, zum Beginn und zum Verlauf der Symptomatik, zu Augenbeschwerden und zu evtl. begünstigenden bzw. auslösenden Faktoren wie dem Rauchen, Stress oder hormonellen Schwankungen. Bei der körperlichen Untersuchung wird die Schilddrüse abgetastet. Tastbar können Vergrößerungen (Struma) oder Gewebeveränderungen sein. Ein weiteres Merkmal, unter dem die Betroffenen leiden, kann eine Muskelschwäche sein. Es gelingt ihnen nicht, sich mit ihrer Beinkraft aus der Hocke zu erheben.
Um die Diagnose Morbus Basedow schließlich zu bestätigen, werden ergänzend einige Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören Blutuntersuchungen, Sonographie, Szintigraphie und augenärztliche Untersuchungen. Im Blut werden die Schilddrüsenhormone T3, T4, TSH bestimmt und diverse Autoantikörper nachgewiesen. Namentlich sind das die Autoantikörper TSH-Rezeptor-AK (TRAK), TPO-AK und TG-AK. Dabei dürften T3, T4 deutlich erhöht sein, TSH dagegen ist unterdrückt und kaum messbar. Die Sonographie (Ultraschall) wird zur Beurteilung der Größenzunahme genutzt und um bspw. Knoten festzustellen. Die Szintigraphie zeigt die Stoffwechselaktivität der Schilddrüse auf. Für diese Darstellung ist die Gabe von radioaktiven Substanzen notwendig.
Diagnose der endokrinen Orbitopathie (EO)
Das Auftreten einer endokrinen Orbitopathie ist meist mit einem Morbus Basedow verbunden, ein Vorkommen ohne zugrunde liegende Schilddrüsenerkrankung ist selten. Allerdings kann sich eine endokrine Orbitopathie zeitlich unabhängig vom bestehenden Morbus Basedow zeigen und sich früher oder später entwickeln. Eine Augenbeteiligung kann sich bemerkbar machen durch ein Druckgefühl hinter den Augen, unvollständigen Lidschluss, Lidschwellung, trockene, juckende, gerötete, brennende oder tränende Augen, Bindehautentzündungen sowie durch eine gestörte Augenmuskelbeweglichkeit mit Doppelbildern, und nicht zuletzt durch das Hervortreten der Augen. Der Nachweis im Blut erfolgt im Rahmen des M. Basedow über die TSH-Rezeptor-AK (TRAK), welche sich gegen das Augenhintergrundgewebe richten. Mittels MRT (Kernspintomographie) und Ultraschall kann die Augenhöhle untersucht werden.
Christa Windmüller
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