Ratgeber Morbus Basedow
Informationen für Betroffene und Interessierte
Therapie des Morbus Basedow
Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung und deshalb bis heute nicht ursächlich behandelbar. Die Therapie erfolgt symptomatisch. So stehen die medikamentöse Therapie, die Radiojodtherapie und die operative Behandlung zur Verfügung. I. d. R. wird mit einer medikamentösen Behandlung begonnen. Ein Morbus Basedow, der nicht erkannt oder behandelt wird, kann zu einer Hormonvergiftung führen. Die Überschwemmung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen ist lebensbedrohlich (Thyreotoxische Krise). Auslöser dieser Krise kann eine übermäßige Zufuhr von Jod sein, bspw. durch Röntgenkontrastmittel oder Nahrungsmittel. Auch Unfälle, Operationen und andere Stressereignisse können eine Thyreotoxische Krise auslösen.
Medikamentöse Therapie
Durch die Gabe von sog. Thyreostatika wird die Hormonproduktion der Schilddrüse gehemmt. Der Zeitraum der medikamentösen Behandlung beträgt 6 – 18 Monate. Anschließend folgt ein „Auslassversuch“ und die Thyreostatika werden langsam abgesetzt. Bei etwa 40 % der Betroffenen kommt es daraufhin zu einer spontanen Heilung bzw. zu einem Stillstand der Erkrankung. Allerdings besteht eine hohe Rückfallgefahr. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen von Thyreostatika, wie das Absinken der weißen Blutkörperchen, wird der Einnahmezeitraum begrenzt. Während der Behandlung sollten regelmäßige Verlaufskontrollen stattfinden, um eine Unterfunktion der Schilddrüse zu vermeiden. Parallel werden häufig Beta-Blocker eingesetzt, um den erhöhten Puls und den erhöhten Blutdruck zu senken und das Herz zu entlasten.
Radiojodtherapie (RJT)
Eine Radiojodtherapie wird durchgeführt, wenn die medikamentöse Therapie ohne Erfolg bleibt. Eine Kapsel mit radioaktivem Jod 131, welches sich nur in der Schilddrüse anreichert, bewirkt, dass das Gewebe der Schilddrüse kurzfristig bestrahlt und zerstört wird. Nach etwa zwei bis sechs Monaten stellt die Schilddrüse die Produktion ihrer Hormone ein. Da diese Behandlung mit einer Unterfunktion einhergeht, müssen zumeist lebenslang Schilddrüsenhormone eingenommen werden (Hormonersatztherapie).
Operation
Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn eine medikamentöse Therapie ohne Erfolg bleibt und eine Radiojodtherapie nicht angezeigt ist. Bei der Operation wird das Schilddrüsengewebe überwiegend oder vollständig entfernt (Resektion). Eine Operation geht ebenfalls mit einer Unterfunktion der Schilddrüse einher und erfordert eine lebenslange Hormonersatztherapie.
Therapie der endokrinen Orbitopathie (EO)
Die endokrine Orbitopathie ist nicht ursächlich behandelbar. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, im Rahmen der Behandlung des Morbus Basedow. Eine endokrine Orbitopathie verläuft in Schüben und bedarf einer besonderen Kontrolle. Neben dem zeitweiligen Einsatz von Kortisonpräparaten stehen allgemeine Maßnahmen im Vordergrund, z. B. das Tragen von getönten Gläsern bei Sonne, Tränenersatzflüssigkeit bei trockenen Augen oder spezielle Brillengläser bei Doppelbildern. Das Rauchen sollte vermieden werden, da es eine EO verschlimmert, ebenso sollte auf jodhaltige Nahrungsmittel verzichtet werden. Mitunter sind Operationen notwendig, um die Sehfunktion zu erhalten.
Christa Windmüller
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